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Auf dem Weg zur Weidelsburg führt neben dem direkten Aufstieg auch noch ein Wanderweg (Nr. 4) über den sogenannten "Zick-Zack" zum Gipfel. Dieser Weg macht seinem Namen alle Ehre. Auch wenn der Aufstieg etwas beschwerlicher ist, lohnt sich dieser Weg. Auf halber Strecke finden Sie den alten Steinbruch "Katzenloch" mit einer Wanderhütte zum rasten. Von hier stammt das Baumaterial für die Weidelsburg. Heute bietet sich dem Besucher ein interessanter Blick in die Erdgeschichte dieser Region.

Basaltsäulen am Weidelsberg

Das Wolfhager Land wird zu einem bedeutenden Teil durch die vulkanischen Bauten des Habichtswaldes – das nördlichste geschlossene Vulkangebiet Deutschlands – und der nach Westen hin seltener werdenden Basaltkuppel geprägt. Basalt ist ein vulkanisch entstandenes, zumeist dunkelgraues Gestein, das zum größten Teil aus einer feinkörnigen Grundmasse besteht. Mit dem bloßen Auge zu erkennende Einsprenglinge sind eher selten.

Im Untermiozän vor knapp 20 Millionen Jahren setzten die ersten vulkanischen Ereignisse im nordhessischen Gebiet ein, die dann während des Obermiozäns am ausgeprägtesten waren, bevor die jüngste Aktivität vor etwa acht bis elf Millionen Jahren stattfand. Die heute vorkommenden Vulkanite liegen als Basalte und Basalttuffe vor, die aber nur noch die Abtragungsreste damals deutlich ausgedehnterer Vulkanbauten darstellen. Bis zum Beginn des Vulkanismus wies das Gebiet der „Hessischen Senke“ ein relativ schwaches Relief auf. Durch die vulkanischen Ereignisse sowie durch abtragende Kräfte veränderte sich das Landschaftsbild, das in seiner Reliefenergie deutlich zunahm. Wiederholte Hebungen des nordhessischen Raumes führten zu einer intensiven Erosion, wobei die harten und der Verwitterung trotzenden Basalte, die weicheren Basalttuffe sowie ein Großteil der tertiären und mesozoischen Sedimentgesteine abgetragen wurden. Nach Abschluss der vulkanischen Phase, hatte die Erosion tiefe Täler in den Gebieten hinterlassen, die nicht ursprünglich von Basalten bedeckt waren. Bei fortdauernder Hebung entstand schließlich während des Pliozäns das heutige Relief der mit Basalten und Basalttuffen durchsetzten Triaslandschaft am Westrand der hessischen Senke.

Der Vulkanismus ist als Folge des Zerbrechens der tieferen Erdkruste der Hessischen Senke zu deuten. Dabei eröffneten sich Aufstiegswege für basaltische Schmelzen aus dem Oberen Erdmantel. Schmelzflüssiges Gesteinsmaterial – das Magma –wird bei vulkanischen Vorgängen als Lava aus dem Oberen Erdmantel bis an die Erdoberfläche gefördert. Solchen Oberflächenergüssen stehen Intrusionen entgegen, bei denen das Magma unter der Oberfläche stecken blieb. Die Gesteinsschmelzen besaßen einen unterschiedlichen Chemismus sowie differente Druck- und Temperaturbedingungen, woraus letztlich verschiedenartige Basalttypen hervorgingen. Der Ursprung dieser Schmelzen lag in 40 bis 90 km Tiefe und mit hohen Temperaturen von zum Teil über 1000 Celsius wurden sie in Kanälen und Spalten aus dem Oberen Erdmantel nach oben gefördert. Ausfließende Lava kühlt schnell aus zu einem zusammenhängenden Gesteinsgefüge. Verzögert sich jedoch die Abkühlung, entstehen durch das Zusammenziehen nicht selten mehreckige, meterlange Basaltsäulen, die sich senkrecht zur Abkühlungsfläche bilden. Bevorzugt entstehen dabei sechseckige Säulen. Die hier am Weidelsberg vorkommenden Basaltsäulen stellen ein schönes Beispiel für solche geologischen Vorgänge im Wolfhager Land dar.

Neben ihrem Chemismus lassen sich die Basalte auch aufgrund ihrer unterschiedlichen Lagerungsformen auseinander halten. Die senkrecht stehende und im Querschnitt runden bis ovalen Basaltschlote- und stiele lassen sich nur dort beobachten, wo der vulkanische Oberbau ganz oder größtenteils abgetragen wurde. Die Helfensteine am Dörnberg gelten dafür als bekanntestes Beispiel im Wolfhager Land. Größere Basaltvorkommen treten als Lager und Stöcke auf wie der Isthaberg, der Bärenberg bei Zierenberg, der Habichtswald und der Weidelsberg bei Ippinghausen.

Quelle:

Dr. Reiner Kunz, Untere Naturschutzbehörde Landkreis Kassel

 
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